TRAININGSTIPPS: Basketball trifft Schule

Erfolgsfaktoren für die Ganztagsbetreuung

von Stefan Merkl

 

Die Kooperation zwischen Verein und Schule ist das Fundament für unsere Nachwuchsarbeit in Bayern. Doch gerade in Ganztagsklassen treffen wir auf sehr heterogene Gruppen – vom Bewegungstalent bis zum Sportmuffel ist alles dabei. Damit die Einheit für alle zum Erfolg wird, kommt es auf die richtige Vorbereitung und den pädagogischen Fokus an.

1. Die Basis: Kommunikation & Logistik 

Ein reibungsloser Ablauf beginnt lange vor dem ersten Wurf. Klärt im Vorfeld mit der Schulleitung und den Lehrkräften die Rahmenbedingungen:

Logistik: Wer schließt die Halle auf? Wie ist die Anwesenheitskontrolle geregelt?

Eckdaten: Wie groß ist die Gruppe, welches Alter haben die Kinder und welche Ausrüstung (Bälle, Leibchen) ist vor Ort vorhanden?

Mitbringsel: Müssen die Kinder an Sportzeug und Trinkflaschen erinnert werden?

 

2. Der pädagogische Ansatz: Spaß vor Drill 

In der Schule steht das Erlebnis im Vordergrund. Ziel ist es, die Kinder dauerhaft für Bewegung zu begeistern.

In Bewegung bleiben: Vermeidet lange Warteschlangen. Jedes Kind sollte so oft wie möglich einen Ball in der Hand haben.

Multisportivität: Nutzt Elemente aus anderen Sportarten. Ein vielseitiges Training fördert die Koordination besser als früher Spezialisierung.

Mitbestimmung: Arbeitet mit Fragen! „Welches Spiel hat euch heute am meisten Spaß gemacht?“ So fühlen sich die Kids ernst genommen und die Bindung wächst.

 

3. Leitplanken: Regeln & Disziplin 

Ein klarer Rahmen gibt Sicherheit. Sprecht die Hallenregeln eng mit der Schule ab, damit die Kinder wissen, dass auch im Vereinstraining die schulischen Standards gelten. Klärt vorab mit den Lehrkräften: Was passiert bei Problemen? Wer ist die Aufsichtsperson im Ernstfall?

 

4. Die Brücke zum Verein schlagen 

Die Kooperation ist unser „Schaufenster“. Um die Kinder nachhaltig in den Verein zu holen, ist Sichtbarkeit entscheidend. Nutzt das Training aktiv für die Mitgliederakquise:

Verteilt Flyer und gezielte Einladungen zu Schnuppertrainings oder Camps.

Vergebt Freikarten für Heimspiele eurer Herren- oder Damen-Teams.

Sprecht Talente oder besonders motivierte Kinder direkt an und zeigt ihnen den Weg in die Halle auf.

 

5. Konkrete Übungen für die Halle 

Im Folgenden findest du konkrete Spiele und Übungen, die perfekt für gemischte Gruppen geeignet sind und garantieren, dass der Funke überspringt!

 

Passen & Fangen

Abwerf-Passen: Immer 6-8 Kinder stehen in einem Kreis ein Kasten und ein Kind in der Mitte. Die Kinder außen passen sich einen Softball im Kreis und versuchen das Kind in der Mitte abzuwerfen, das sich hinter dem Kasten versteckt.

Kreis-Passen: 10-12 Kinder stehen im Kreis. Zwei Kinder Rücken an Rücken im Kreis. Die Kinder passen immer zu einem Kind nach dem anderem im Kreis und versuchen sich gegenseitig zu überholen.

Parteiball: Zwei Mannschaften spielen im Halbfeld gegeneinander (ohne Korbwurf). Der Spieler, der gepasst hat, muss hinter die Grundlinie (oder auf eine andere Position – Markierungen auf dem Boden) laufen und zurück, bevor er wieder eingreifen darf. Wer zuerst 50 Pässe spielt, gewinnt.

Variation: Es gibt nur einen Ball für beide Teams, ein Team verteidigt; Man spielt mit drei Mannschaften und zwei Bällen (ein Team verteidigt)

Teampassen: Die Kinder bekommen als „Teamaufgabe“(3-5 Kinder pro Team) den Ball an die gegenüberliegende Wand zu drücken. Berührt der Ball den Boden muss das ganze Team zurück an die Wand. Es darf mit Ball nicht gelaufen werden (ein Fuß klebt am Boden).

Variante: Im Wettbewerb wer ist am schnellsten; Am Ende mit Korbwurf.

 

Werfen & Korbleger 

Dart: Kinder laufen durch die Halle und werfen auf die Körbe (nicht zweimal auf den gleichen). Es werden folgende Punkte gezählt: Ring – 3 Punkte, Brett – 1 Punkt, Korb – 5 Punkte. Jedes Kind sammelt so viel es schafft.

Variante: Bis 21; Genau 21 – sonst wieder von null.

Medizinballrücken: Jedes Team hat einen Korb und einen Ball. Sie werfen hintereinander. Wer trifft darf einen Medizinball (oder Leibchen, …) an einer Hütchenreihe ein Hütchen weiterschieben. Die Teams schieben in verschiedene Richtungen. Wer den Medizinball am Ende der Hütchenreihe hat gewinnt.

"Shoot out": Ausscheidungsspiel an der Freiwurflinie. Zwei Spieler starten gleichzeitig. Wer als Zweiter den Korb trifft, scheidet aus. Fördert Wurfdruck und schnelles Reagieren.

 

Dribbeln & Ballhandling

Pylonenspiel: Jeder mit Ball. Pylonen verteilen. Gruppe A legt sie um, Gruppe B stellt sie auf.

Fangspiele: Viele Fanspiele wie Versteinern, weißer Hai,… können mit Ball gespielt werden.

Dribble-Staffel: 2-5 Teams stehen an der Grundlinie (3-5 Kinder pro Team – Bewegungszeit!) Es stehen vor jedem Team eine Hütchenreihe (mehr Hütchen als Kinder). Auf jedes Hütchen muss ein Leibchen gelegt werden. Dazu müssen die Kinder einzeln mit einem Ball hin dribbeln und zurück, danach den Ball übergeben. Wichtig: Es gibt mehr Hütchen als Kinder und unterschiedlich weite Laufwege – Kinder müssen sich taktisch absprechen, wer wohin läuft und wie oft läuft.

Orientierung, Aufmerksamkeit & Körperkontrolle

Lazarettfangen: 3-4 Fänger mit Ball. Wer berührt wird, muss sich mit Ball auf den Boden legen. Zwei Sanitäter (immun) müssen den Kranken ins Lazarett (Sprungballkreise) transportieren. Alle Kinder sind ständig in Bewegung, unterschiedliche Rollen sind möglich.

Orientierungsfähigkeit: Spieler wirft Ball in die Luft, macht eine Rolle vorwärts und fängt den Ball wieder. Oder er muss nach dem Wurf die angezeigten Finger eines im Rücken stehenden Mitspielers erkennen und rufen. Es können unterschiedlichste Übungen durchgeführt werden.

"Feuer, Wasser, Luft": Alle dribbeln frei durch die Halle. Auf Kommando ("Luft", "Wasser", "Feuer") müssen sie schnell eine bestimmte Aktion ausführen (z.B. auf den Boden legen, auf eine Bank steigen, an die Wand rennen).

Reaktionsfähigkeit "Squash": Zwei Spieler spielen sich via Wand einen Ball zu. Spieler A wirft den Ball aus dem Rücken von Spieler B gegen die Wand. Spieler B versucht, den Ball zu fangen. Trainiert schnelle Reaktion und Antizipation.

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