Vom BAT zum BNT – und wieder retour?

Die Nachwuchssichtung soll wieder reformiert werden

Das Bayerische Nachwuchstreffen (BNT) soll wieder rückabgewickelt werden. Nach sieben Jahren wird erneut eine große Neustrukturierung geplant – und die ersten Skizzen orientieren sich stark am früheren Bezirksauswahlturnier (BAT), das seinerzeit vom BNT abgelöst wurde.

Die großen Veränderungen bei der Umstellung von BAT auf BNT, die 2019 konzipiert und 2021 erstmals umgesetzt wurde, waren die Zwischenschaltung von Regionalsichtungen zwischen dem Geschehen in den Bezirken und dem Sichtungswochenende und die Verkürzung des Treffens auf zwei Tage, Samstag/Sonntag.

In grundsätzlichen Gedanken, die BBV-Landestrainerin Coco Kollarovics dem BBV-Jugendausschuss präsentierte, plädierte sie zuvorderst dafür, diese damaligen Neuerungen wieder abzuschaffen. Regionalsichtungen seien für Landes- wie Bezirkstrainer und die Organisatoren überproportional hoher Aufwand, schilderte sie.

Und der Auftritt beim BNT in Regionen biete den Kindern keinerlei Identifikation, wie sie zuvor die Bezirksauswahl-Mannschaften vermittelt hatten. Überhaupt ist das der zentrale Ansatz von Kollarovics‘ Papier: in das auf maximale Effektivität getrimmte BNT wieder mehr Emotion einbringen.

„Das muss ein geiles Erlebnis für alle werden“, forderte sie, „die Kinder sollen sich in 20 Jahren noch an ihr BNT erinnern können.“ Dazu gehört nach ihren Vorstellungen dann auch, das Ereignis wieder auf drei Tage, Freitag bis Sonntag, anzulegen. Auch für Trainer und Funktionäre müsse das Treffen höheren Erlebniswert als zuletzt bekommen.

Als neues inhaltliches Element müssten Trainingseinheiten mit den Landestrainern eingebaut werden, so eine weitere Anregung. Für die Sichtung sei speziell „die Vergleichbarkeit viel wert“, betonte sie. Darum sollten auch wieder mehr Kinder eingeladen werden, was sich durch die Rekrutierung aus sechs Bezirken statt vier Regionen zwangsweise ergäbe.

BBV-Ressortleiter Jugend, Wolfgang Heyder, betonte, die vorgestellten Skizzen seien „ein komplett offenes Denkmodell“, in das insbesondere die Bezirkstrainer nun ihre Anregungen einbringen sollten. Jedenfalls werde das BNT „nicht einfach so weiter gehen“, versicherte er.

Im Jugendausschuss brachte Mittelfrankens Bezirksjugendreferent Christian Braun gleich mal als zentrale Forderung an, dass „Transparenz entscheidend“ sei. Dass Spitzentalente aus maximal leistungsorientierten Vereinen, gemeint insbesondere FC Bayern München, nicht zum BNT geschickt würden, dann aber selbstverständlich das Gros der Bayernauswahl stellten, sei dem Projekt schwer abträglich.

Heyder bestätigte den Ansatz und kündigte an, dazu mit den Vereinen intensive Gespräche zu führen. Kollarovics spekulierte auf eigene Anzugskräfte eines reformierten BNT: „Wenn sich das rumspricht, was das für ein cooles Event ist, dann wollen da alle auch hin.“

Neben der Ausgestaltung des Eventcharakters wäre ein großes Detailthema wiederum der Umgang mit den unterschiedlichen Bezirksgrößen; Oberbayern müsste wohl wieder mehr Raum als je ein Auswahlteam männlich/weiblich bekommen, die Oberpfalz müsste unterstützt werden, Spitzentalente schicken zu können.

Grundsatzfrage ist weiterhin, ob das Treffen wieder durch die Bezirke rollieren oder an einem fixen Ort, wie zuletzt Nördlingen, bleiben soll. Die BBV-Landestrainer wollen nun insbesondere die Bezirkstrainer mit den Plänen konfrontieren, bevor es dann wieder in den Jugendausschuss geht. Heyder kündigte an, 2027 solle ein neuer Sichtungsmodus schon angewandt werden.

von Klaus Bachhuber 

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