Von Würzburg in die „Hall of Fame“

Große Ehrung des Weltbasketball für Dirk Nowitzki in Berlin

Die Medaillen- und Titel-Sammlung von Dirk Nowitzki - an der Spitze der NBA-Titel mit den Dallas Mavericks, EM-Silber und WM-Bronze mit dem DBB-Team – und die unzähligen Ehrungen, man denke nur an die Verleihungen des Silbernen Lorbeerblatts und des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den Bundespräsidenten, wurde nun in Berlin mit der Aufnahme in die Ruhmeshalle des Basketballsports gekrönt.

Für den 153fachen Nationalspieler, der von Würzburg aus in die große weite Korbjäger-Welt auszog, ist dies nicht nur eine riesengroße Ehre, er ist als einer von 246 aufgenommenen Spielern (nach Detlef Schrempf der zweite Deutsche) „unsterblich“ geworden.

In der Eventlocation Kraftwerk, nur zwei Kilometer entfernt von der Berliner Arena, in der Nowitzki 2015 sein letztes Länderspiel absolviert hatte, drückte der 47jährige der feierlichen Zeremonie mit weiteren sieben Auszeichnungen seinen Stempel auf. Zur „Class of 2026“ in der Ruhmeshalle gehören noch: Sue Bird (USA), Céline Dumerc (Frankreich), Clarisse Machanguana (Mosambik), Ismenia Pauchard (Chile), Hedo Turkoglu (Türkei), Wang Zhizhi (China) und Trainer Ludwik Mietta-Mikolajevicz (Polen).

Die große Bedeutung dieser Ehrung, mit seinem Mentor und Entdecker Holger Geschwindner in vorderster Reihe an seiner Seite und dahinter seine Eltern Helga und Jörg sowie Schwester Silke, wurde nicht nur in seinen Dankesworten spürbar, sondern auch in seinem Auftreten. „Man hat gesehen, wie gerührt er war, so aufgeregt habe ich ihn selten erlebt“, machte DBB-Ressortleiter Sport Armin Andres aus: „Da sieht man einfach den Stellenwert einer solchen ‚Hall of Fame‘ und was es auch bedeutet, dabei zu sein.“

Vollkommen zurecht erhalte Nowitzki diese Ehre, „er hat Unglaubliches geleistet, in der NBA und auch für den deutschen Basketballsport“, lobte der Bamberger DBB-Vizepräsident, der als Leistungssport-Verantwortlicher zusammen mit Bundestrainer Alex Mumbru und Sportdirektor Peter Radegarst diesen großen Moment genießen konnte:

„Dirk war immer greifbar und hat bei allen wichtigen Turnieren in seiner Vorbildfunktion gespielt. Es ist schon eine überragende Geschichte, wie der Bursche so bodenständig und normal geblieben ist. Von mir persönlich und auch im Namen des DBB gebührt ihm das größte Lob, was man ihm zukommen lassen kann.“

„Das war in diesem exzellenten Rahmen etwas ganz besonderes, Dirk hat diese Aufnahme in die ‚Hall of Fame“ des Welt-Basketballs wahrlich verdient“, brachte DBB-Präsident Ingo Weiss diesen Wertschätzungs-Abend der Extraklasse auf den Punkt: „Er hat ja auch klar gemacht, wie toll dies für ihn ist. Sehr schön war für mich, dass ich gespürt habe, wie seine Familie dies wirklich genossen hat, dass sie dabei sein konnten. Ich freue mich sehr für Dirk und den deutschen Basketball. Ein historischer Abend!“

Wer gedacht hatte, dass mit dem gemeinsamen Foto der gesamten Preisträgerschaft der Abend auf der Bühne für den Würzburger beendet sei, wurde schnell eines Besseren belehrt. Noch vor dem Interview-Marathon in der Mixed Zone gab es von allen Hauptdarstellern und deren Umfeld nur einen Wunsch: Fotoshooting mit Dirk Nowitzki, was dieser mit Engelsgeduld und einem Lächeln locker bewältigte.

Mit einem Lächeln reagierte er auch, als ein technischer Defekt seine Rede weglöschte. Souverän griff er zum Smartphone und blickte damit dankbar auf seine Karriere zurück, ganz besonders natürlich auf seine Familie.

„Danke an meine Eltern, dass ihr mir erlaubt habt, meinen eigenen Weg zu wählen. Basketball bereitete mir Freude. Echte Freude. Ich bin den Menschen, die mir geholfen haben, diesem Gefühl zu folgen, unglaublich dankbar“, so die Nowitzki-Worte, die von Herzen kamen.

Großer Applaus brandete auf, als die Rede auf Holger Geschwindner kam. „Ich habe gelernt, dass ein Mentor wichtig ist für das Leben und die Karriere. Harry Potter hatte Dumbledore, Alexander der Große Aristoteles und ich hatte Holger“, sagte Nowitzki: „Ich machte Handstände, boxte, sprang Seil, musste Bücher lesen und Saxophon spielen. Auch wenn ich es nicht verstanden habe, aber ich weiß jetzt: Holger, du hast mich als Person und Allroundatleten, nicht nur als Basketballer, geformt.“

Wieder sprach er von „unvergesslich“, wenn er über die Nationalmannschaft, seine NBA-Zeit und die Fans sprach: „All das Blut, der Schweiß und die Tränen haben sich dank eurer Unterstützung gelohnt.“ Seinen Appell - „folgt eurer Leidenschaft und eurem Traum“ - hat er in die Tat umgesetzt und wurde so zum „Gesicht“ des deutschen Basketballs.

von Bertram Wagner

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