Alles für die WM
Alina Hartmann hat nach langer Verletzungspause gute Chancen auf einen Kaderplatz
- 11.05.2026
- Von: BBV Geschäftsstelle
Vier Monate vor dem „FIBA Women’s Basketball World Cup 2026“, sprich: der Damen-WM, kann man davon ausgehen, dass die bayerischen Farben gut vertreten sein werden. Neben Imre Szittya als erfahrenem Delegationsleiter haben Emily Bessoir, Luisa Geiselsöder und Leonie Fiebich als Leistungsträgerinnen die WM-Fahrkarte fest in der Tasche.
Aber auch für Alina Hartmann stehen die Zeichen gut, dass sie fränkische Basketball-Geschichte schreiben kann. Sollte sie den anvisierten Sprung in den DBB-Kader schaffen, wäre sie die erste Bamberger Korbjägerin bei einer WM. Bei der Auslosung der Vorrundengruppen konnte sie schon einmal Berliner WM-Luft schnuppern. Spanien, Japan und Mali sind die Vorrunden-Herausforderungen für das Gastgeberland.
Für die 30jährige wäre dies sicherlich die Krönung ihrer Karriere und nach der EM 2023 und Olympia 2024 ein Triple der ganz besonderen Art. Zugleich sähe sie es auch als Lohn dafür, dass sie sich nach ihrer verhängnisvollen Meniskusverletzung in einem Testspiel gegen Belgien kurz vor der EM 2025 wieder erholt und die monatelange Reha zum Erfolg geführt hat.
Alina Hartmann „is back“, spätestens seit ihrem Dezember-Wechsel aus der fränkischen Heimat, in der sie den Fitness-Grundstein gelegt hat und auch dem Bamberger Damen-Team mit Rat und Tat zur Seite stand, zu Alba Berlin. Nach ihrer Rückkehr in die DBBL Anfang Januar absolvierte sie 15 Begegnungen, markierte 125 Punkte und durfte sich über den Pokalsieger-Titel freuen.
„Ich war schon sehr hungrig nach der verpassten EM, hatte wieder richtig Lust auf Basketball, aber wusste natürlich nicht, wie mein Körper zurückkommt. Umso glücklicher bin ich, dass es mit dem Pokalsieg geklappt hat und dass die WM-Qualifiers für mich auch ganz gut liefen. Ich konnte es einfach nicht abschließen, so kurz vor der EM verletzt zu sein. Wenn alles gut gelaufen wäre, hätte ich vielleicht sagen können, cool, jetzt reicht es mir, aber so wollte ich auf jeden Fall zurückkommen und werde alles versuchen, bei dieser WM ein Teil davon zu sein“, gibt sich die Bambergerin zuversichtlich und will ihren bislang 52 Länderspielen noch einige hinzufügen.
Nach dem „gut zurückgekommen“ und „in aller Ruhe herunterfahren“ ist nun nach einem wohlverdienten Urlaub intensives Arbeiten angesagt. Der Plan steht: „Ich werde meine Trainingsoptionen nutzen und zwischen Berlin und Bamberg hin und her pendeln. Dabei werde ich sicher wieder mit Stefan Weissenböck zusammenarbeiten. Zunächst sind Kraft und Ausdauer gefragt.“
Nachdem Alina Hartmann mit Teamkameradinnen in schicker Abendgarderobe über den roten Teppich schritt und das 45minütige Auslosungs-Event live verfolgt hatte, ließ sie keinen Zweifel am WM-Ziel: „Wir wollen eine Medaille! Deshalb ist auch eine gute Gruppenplatzierung wichtig, um anschließend nicht gleich auf ganz harte Brocken zu treffen.“ Klare Ansage, auch wenn die Gruppe A „nicht einfach“ ist.
Das macht sie vor allem am Auftaktgegner Spanien (Bilanz 4:22) fest. „Bei der EM haben wir verloren, ich kann mich nicht an Spiele in der jüngeren Vergangenheit erinnern, die wir gegen Spanien gewonnen haben. Ein sehr, sehr schwieriger Gegner, der physisch spielt und sehr erfahren ist. Aber in voller Besetzung und einem guten Tag ist Spanien auch schlagbar“, so die Einschätzung von Alina Hartmann, die angesichts ihrer großen Auslandserfahrung (Italien, Belgien, Spanien, Australien, USA) die internationale Szene kennt.
Nicht zu unterschätzen sind auch die Japanerinnen (Bilanz 4:3), auch wenn der Vorrunden-Erfolg bei Olympia deutlich ausfiel. „Der asiatische Basketball ist ganz anders, das haben wir jüngst auch gegen Korea erlebt. Dennoch sollten wir Japan bezwingen.“ Gegen Mali kommt es zum Vorrundenabschluss erst zum zweiten Länderspiel (Bilanz 1:0) mit den Afrikanerinnen. „Schnell, flink, schlau und aggressiv“, beschreibt Hartmann deren Spielstil, „da müssen wir uns umstellen, was bei einem Turnier gar nicht so einfach ist. Und zudem diszipliniert bleiben“.
Trotz des Wechsels nach Berlin („eine richtige Entscheidung, was Alba da professionell auf die Beine stellt, habe ich selbst im Ausland nicht erlebt“), hat sie weiterhin engen Kontakt zu den II. Liga-Baskets. „Im Großen und Ganzen eine gute erste Spielzeit. Das Wichtigste ist, dass es dieses Projekt gibt und man darauf aufbauen kann“, unterstreicht sie ihre Verbundenheit zu Bamberg.
Ob nach der WM vor Bamberg ist, steht freilich noch in den Sternen. Auszuschließen ist eine Rückkehr in die fränkische Heimat auf gar keinen Fall („liegt mir am Herzen und möchte dies in der ein oder anderen Form unterstützen“).
Bertram Wagner






















