Würzburg am Revers
Hannes Steinbach vor seinem Start in die NBA über den Draft, Video von Dirk und seine Coaches
- 12.10.2026
- Von: BBV Geschäftsstelle
Würzburg scheint ein perfektes Pflaster für NBA-Karrieren zu sein: Hannes Steinbach ist nach Dirk Nowitzki und Maximilian Kleber bereits der dritte Unterfranke, der den großen Sprung schafft. Seine neue sportliche Heimat sind die Charlotte Hornets (North Carolina).
Beim diesjährigen Draft im Barclays Center in Brooklyn/New York Ende Juni wurde der 20jährige mit Pick Nr. 14 gezogen. Hernach (Pick 18) wurde mit Christian Anderson ein zweiter deutscher Nachwuchsspieler verpflichtet.
Damit nicht genug: Wochen später folgte die Hornets-Verpflichtung von DBB-Spielführer Dennis Schröder. Sicherlich eine willkommene Unterstützung für die beiden Youngsters.
Nach seinem Weggang von den Würzburg Baskets fasste Steinbach in seinem ersten USA-Jahr sehr schnell Fuß: An der University of Washington wurde Steinbach gleich ein Leistungsträger, er markierte im Durchschnitt 18,5 Punkte sowie 11,8 Rebounds.
Im BAYERNBASKET-Interview blickt er auf den alles entscheidenden Tag zurück, beschreibt seinen Kontakt in die Heimat und seine größten Förderer.
Diese alles entscheidende Draft-Nacht im Barclays Center bleibt unvergessen. Endlich war die Ungewissheit vorbei, wo Du zukünftig auf Korbjagd gehen und leben würdest. Wie hast Du die langen Stunden vorher verbracht und was schießt Dir heute noch sofort in den Kopf?
Steinbach
Ja, es waren tatsächlich lange Stunden. Wir hatten bis mittags noch viel Programm, am Tag des Drafts fand auch das Lunch mit NBA-Commissioner Adam Silver statt. Das war auch ein cooles Erlebnis und sehr besonders, auch weil meine Familie und Freunde dabei sein durften. Danach habe ich meinen Anzug für den Draft angezogen. An diesen Anzug denke ich gerne zurück, ich hatte mir extra die Logos meiner alten Mannschaften, der Würzburg Baskets und der University of Washington, in die Innenseite drucken lassen.
Wie hast Du diesen wohl sportlich gesehen wichtigsten Tag deines Lebens gefeiert? Party-Nacht in NY?
An dem Draft-Abend gibt man viele Interviews und macht Fotos, daher hat es eine ganze Weile gedauert, bis wir aus dem Barclays Center raus waren. Trotzdem haben wir danach im kleinen Kreis mit Familie und Freunden entspannt den Abend und diesen besonderen Tag gefeiert. Ich habe mich natürlich sehr über die vielen Glückwünsche gefreut, konnte aber dennoch über den Sommer hinweg ein bisschen abschalten.
Wie intensiv war trotz Deines sportlichen Mammutprogramms in den USA noch der Kontakt zu den Baskets?
Ich habe die Baskets in der letzten Saison weiterhin verfolgt. Einer meiner Freunde hat für die erste Mannschaft gespielt, deren Spiele habe ich daher oft geguckt. Und auch die Spiele der ProB-Mannschaft habe ich verfolgt, da mein Vater Teil des Trainer-Teams ist.
Dein College-Jahr an der University of Washington war ein Bilderbuch-Jahr?
Ja, für mich war es wirklich ein sehr gutes Jahr am College. Ich habe viele neue Erfahrungen sammeln können und tolle Spieler und Coaches kennengelernt. Jedoch hätte ich mir natürlich mehr Teamerfolg gewünscht und bin schon etwas unglücklich darüber, dass wir mit der Mannschaft nicht weiter gekommen sind.
Du bist nun nach Dirk Nowitzki und Maxi Kleber der dritte Würzburger, der den „großen Wurf“ geschafft hat. Wie intensiv war oder ist der Kontakt zu Dirk?
Ich habe mich ca. zwei Monate vor dem Draft mit Dirk getroffen. Bei diesem Treffen ging es aber nicht nur um den Draft und Basketball, sondern auch um freundschaftliche, private Themen. Dann habe ich mich natürlich total über seine Video-Botschaft am Draft-Abend gefreut, das war echt witzig und auch meine Eltern haben sich über diese Überraschung gefreut.
Durch Deinen Vater, einen Teamkollegen und Kumpel von Nowitzki in Würzburg, hattest Du schon von Kindheit an Kontakt mit Dirk Nowitzki. Wann kamen bei Dir die ersten Gedanken eines NBA-Traums und wann wurden diese richtig konkret?
Da ich durch meinen Vater auch schon früher die NBA verfolgt habe, war der Gedanke und die Verbindung zur Liga schon früh vorhanden. Doch richtig konkret wurde der Plan wahrscheinlich erst zum Ende meiner Bundesliga-Saison.
Holger Geschwindner ist bekanntlich der alles entscheidende Nowitzki-Mentor. Wer sind bei Dir die „Väter“ für deine Karriere?
Durch meinen Vater habe ich schon frühzeitig viel über Basketball gelernt. Schon als er noch gespielt hat, habe ich immer bei seinen Spielen zugeguckt. Er hat mich auch als Coach oder Co-Trainer durch all meine Jugendjahre begleitet und stand immer mit mir in der Halle. Auch Alex King, der mich in den ersten Jahren im Herren-Bereich trainiert hat, hat mich beeinflusst und weitergebracht. Durch seinen Blick und seine Erfahrung im professionellen Basketball hat er mich bei meiner Entwicklung unterstützt. Von Sascha Filipovskis Vertrauen in meiner BBL-Saison habe ich natürlich auch sehr profitiert, er hat mir definitiv geholfen, die nächsten Schritte als Profi zu gehen. Generell haben mir meine Coaches unglaublich auf meinem Weg geholfen, daher habe ich auch Alex King und zwei meiner Coaches der University of Washington zum Draft-Abend eingeladen.
Und ein Blick in die nahe Zukunft: Wie verläuft Deine Vorbereitung auf Dein erstes NBA-Jahr?
Momentan trainieren wir viel individuell und auch das Krafttraining auf NBA-Niveau hilft mir weiter. All das bereitet mich auf meine erste NBA-Saison vor und ich freue mich schon darauf.
Bertram Wagner


















