Es knallt gleich gewaltig

Über den BBL-Spielplan und seine Auswüchse

Foto: Bertram Wagner

Ein Bundesliga-Spielplan-Macher, egal in welcher Sportart, muss gewiss vielerlei Vorgaben beachten und hat wohl keinen leichten Job. Es gehört aber auch Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit dazu, sich in die Lage eines Vereins hineinzuversetzen.

Im Fall der BMA365 Baskets Bamberg muss man sich schon die Frage stellen, was hinter dem Spielplan 2026/27 steckt. Nach der Auswärtsserie zu Beginn des Vorjahres mit fünf Gastspielen als Startschuss (und dem ersten Heimauftritt Ende Oktober), kommt es heuer wieder knüppeldick: Innerhalb von 13 Tagen und vier BBL-Spieltagen muss das neuformierte Team drei Auswärts-Kracher bewältigen; bei den Finalpartnern in München und Berlin sowie dazwischen in der Rasta-„Hölle“ in Vechta.

Bayern München vs. Bamberg: Macht es wirklich Sinn und muss es denn sein, dass nach dem ganzen unerfreulichen Transfer-Hickhack um Anton Gavel die beiden Konkurrenten der letzten Monate um den Headcoach sich zum Start gleich wieder gegenüberstehen? Alles schon vergessen und verraucht oder wird Öl ins noch lodernde Feuer gegossen?

Eines steht fest: Diese Partie wird am ersten Oktoberfest-Sonntag ein riesiges Medienecho entfachen. Wohl so gewollt, verbunden mit der Gewissheit, dass dieses Derby in zwei, drei Monaten nicht eine derartige Sogwirkung gehabt hätte. So weit teilweise nachvollziehbar.

Damit aber nicht genug: Eine Woche danach auch – wiederum in München – das Meisterfinale von Mitte Juni zwischen Bayern und Alba und postwendend das letztjährig heißumkämpfte Halbfinale zwischen Berlin und Bamberg zu terminieren, ist eindeutig zu viel des Guten. Die ersten Drei der Vorsaison gleich aufeinander loszulassen, sorgt zwar kurzfristig für viel Aufmerksamkeit, dem Spannungsbogen während der Saison dient es sicher nicht.

Ob es Zufall ist, dass auch weitere renommierte Sportarten gleich mit einem brisanten Duell sich in Position bringen wollen? Sowohl im Handball kommt es mit dem Hit Füchse Berlin gegen den SC Magdeburg als auch im Eishockey mit dem Vorjahrsfinale Eisbären Berlin gegen Adler Mannheim – jeweils am zweiten Spieltag – zu Auftakt-Gipfeltreffen. Nur der Fußball tanzt aus der Reihe: Der FC Bayern trifft erst am 6. und 8. Spieltag auf Leipzig und Dortmund.

Aufmerksamkeits-Kracher hin oder her, die Bamberger stehen nun zum zweiten Mal hintereinander vor einer Auswärts-Wand. Es macht schon einen Unterschied, noch dazu für Jesús Ramírez als Gavel-Nachfolger, ob man zunächst „machbare“ Gegner hat und dabei Punkte und Selbstvertrauen gewinnt oder gleich drei hohe Auswärtshürden vor der Brust hat und ein Minus-Punktekonto droht.

Dass es immer wieder enge Wochen beim FC Bayern mit BBL und Euroleague gibt, ist sicher nicht zu vermeiden. Im Oktober steht gleich zweimal ein Dreier-Heimpack innerhalb von sechs bzw. sieben Tagen an.

Bertram Wagner 

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