Familie, Hobby, Beruf: Alles Basketball
Laszlo Baierle wurde 80 und beendete Jahrzehnte Trainer- und Funktionärstätigkeit
- 01.06.2026
- Von: BBV Geschäftsstelle
Wer wie Laszlo Baierle, der als 15jähriger durch einen Schulfreund erstmals Kontakt mit dem Basketball und dem TSV Nördlingen kam und nun als frischgebackener Achtziger nach 30 Jahren im Amt des Abteilungsleiters die Verantwortung weitergab, dem gebührt das Attribut „Institution“ zu Recht. Mit „einrichten, errichten und ordnen“ wird das lateinische Verb „instituere“ erklärt, alle Umschreibungen passend für den Münchner, dessen Leben vom Basketballsport geprägt war, was auch ohne Vereinsposten bleiben wird.
Seine sportlichen Wurzeln lagen zunächst beim Straßen-Fußball, da stand er aufgrund seiner guten Reflexe im Tor („eine unglaublich tolle Zeit“). Wohl etwas dadurch begünstigt, nicht vereinsmäßig zum Fußball zu dürfen, und durch den erwähnten Schulfreund begann seine Liebe zum Basketball, die auch schon nach kurzer Zeit mit dem Bayerischen Meister-Titel mit Nördlingen ein erstes Highlight erfuhr.
Der Abschied aus dem Schwabenland nach dem Abitur und der Ausbildung zum Offizier bei der Bundeswehr in Dillingen war unabdingbar. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften führte ihn nach München, wo er 1971 zur „Ersten“ des MTV in der Häberlstraße stieß. Baierle, der sich mittels des Hochschultrainings taktisch weiterbildete und viel Erfahrung sammeln konnte, stand 15 Jahre lang als Spielertrainer auf und neben dem Parkett. Gestartet in der Kreisliga, führte er das Team zum Bayernliga-Meister; auf den Aufstieg in die Regionalliga wurde aber verzichtet.
Dunkelrot anzustreichen ist in seiner Basketball-Vita das Jahr 1976: Zum einen begann seine berufliche Karriere als freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk, zum anderen lernte er seine spätere Ehefrau Doris Schuck auf eine etwas ungewöhnliche Weise kennen: „Beim Über-den-Zaun-Klettern zum ZHS-Training“.
Mit ihr zog es ihn auch zum MTSV Schwabing, drei Jahre lang als Co-Trainer zu Zweitliga-Zeiten, sie als Spielerin auf dem Parkett. Keine einfache Konstellation, die aber „ganz gut“ funktioniert habe.
Gut begann auch seine Reporter-Zeit. Mit einer Probe-Reportage beim Vier-Länder-Turnier in Neustadt (mit Doris Schuck auf dem Feld) gelang ein gelungener Einstieg. Auch im Fußball fasste er mit vielen Interviews, darunter Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Klaus Augenthaler und Udo Lattek, schnell Fuß.
Die 1980er Jahre bleiben allein ob zweier unvergesslicher Interviews ewig im Baierle-Gedächtnis: 1983 auf der ISPO mit Julius Erwing, der NBA-Legende aus Philadelphia („eine Wahnsinns-Ausstrahlung“) und 1989 wohl das absolute Highlight mit dem Treffen - als einer von fünf Journalisten – mit Michael „Air“ Jordan in einer US-Kaserne in Frankfurt vor dem Spiel gegen eine Europa-Auswahl.
Weitere Highlights mit dem Mikro in der Hand folgten: 1993 die Basketball-Europameisterschaft in Deutschland mit dem Titelgewinn unter Svetislav Pesic („durfte eine Woche im Trainingslager zuvor dabei sein“), 1994 die Olympischen Spiele in Lillehammer mit dem Doppel-Gold von Markus Wasmeier, es folgten noch weitere olympische Reporter-Auftritte in Nagano (1998) und Sydney (2000).
Mit seinem „Servus“ Mitte Mai als Abteilungsleiter tritt er auch einen Schritt zurück in seiner Tätigkeit als Trainer im Jugendbereich von U10 bis U16 („der Biss ist weg“). Dass er bei „seinem“ MTV weiter mithelfen wird, auch als Verfasser der Vereins-Artikel und Regionalliga-Berichte, versteht sich von selbst.
Ansonsten kommt sicher im Hause Baierle/Schuck, die seit Lebzeiten im Olympischen Dorf zuhause sind und so den Park als Sportstätte vor der Haustüre haben, auch der Genussfaktor zum Tragen. Zum Radfahren kommen auch Motorradtouren, Skifahren in Davos und viele Besuche im SAP-Garden bei den Euroleague-Auftritten des FC Bayern, die quasi im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustüre stattfinden.
Bertram Wagner




















